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Buchtipps - Entdeckungen der Unabhängigen

Der Band präsentiert großformatige Werke von 14 japanischen Künstlerinnen und Künstlern, die durch ihre geheimnisvolle Aura faszinieren. In den eindrucksvollen Arbeiten, deren Entstehung von den Fünfzigerjahren bis in die unmittelbare Gegenwart reicht, verschmelzen Dichtung, Schreibkunst und Malerei zu einer Ästhetik, die auch die westliche Welt inspiriert.

Viele psychiatrische Kliniken in der Schweiz beherbergen einen Fundus an historischen Fotografien, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen und die bis anhin noch nie untersucht wurden. Glasdiapositive und -negative, lose Papierabzüge und Fotoalben gewähren faszinierende Einblicke in die Zeit der Modernisierung dieser Einrichtungen - und zugleich in die Geschichte der Fotografie.

Geschult durch die Malerei der Moderne, das frühe sowjetische, italienische und französische Kino, das Theater und die Poesie, entwickelte Helga Paris als fotografische Autodidaktin über viereinhalb Jahrzehnte hinweg ein umfangreiches Oeuvre in zärtlich-nuancenreichem Schwarzweiß. Das große Vertrauen, das sie als Künstlerin und Mensch genoss, ist all ihren Porträts eingeschrieben. Die Abgebildeten öffnen sich ihr und lassen sie ein in ihr Leben. Die Aufnahmen zeigen u.a. Christa Wolf, Elke Erb und Charlotte E.

Der Begriff "Sanctuary" bedeutet im Englischen nicht nur Heiligtum oder Kultraum, sondern auch Asyl und Zufluchtsort. Die Villa Aurora in Los Angeles wurde 1943 ein solcher Zufluchtsort für Marta und Lion Feuchtwanger und präsentiert anlässlich ihres 25.Geburtstages als Künstlerresidenz Reflexionen von Schrifsteller·innen und bildenden Künstler·innen zu Sanctuaries und Hermitagen.

Ein Blick zurück: Vilnius im Juni 1941.Die Familie des 8-jährigen Algis wird von sowjetischen Soldaten geweckt. Sie haben nur wenige Minuten Zeit, um zu packen. Algis nimmt seinen Ganter Martin unter den Arm und sein Vater drückt ihm einen Eimer Äpfel in die Hand. Dann werden sie mit vielen anderen Litauern in Eisenbahnwaggons gepfercht, ahnungslos, wohin die Reise gehen wird.

Spoerri: "Als ich vor etwa acht Jahren in Oberösterreich zwei Wochen in Kur war, fand ich in Antikläden und Flohmärkten solche Tücher und kaufte eine ganze Menge davon, ohne eigentlich zu wissen, warum: Diese naive Gläubigkeit und die kritiklose Hoffnung - aber auch die rührende, zeitraubende Ergebenheit, die diese "Verschönerung" des "Heim und Herds" erforderten - erbarmten und belustigten mich. Holprige Reime, verlogene Behauptungen.