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Buchtipps - Belletristik

Manchmal werden wir in ein Buch eingesogen und verschwinden darin. So ging es mir bei Evie Wylds Roman "Die Frauen".Es sind derer drei Viv, die in der Gegenwart das Haus am Bass Rock kauft, sie hadert mit ihrem Lonesome - Cowgirlstatus und entdeckt auf den langen Spaziergängen an der windgepeitschten Küste neue Möglichkeiten. Es gab aber zwei Frauen vor ihr, deren Geschichte hier mit dem Ort verwoben ist:

Ein kleiner 10-jähriger Junge namens Ciro und sein gleichaltriger Freund Rosario haben versucht, einer alten Dame die Handtasche zu entwenden, dabei ist diese gestürzt und liegt nun im Koma im Krankenhaus. Das wäre schon schlimm genug für die beiden Jungen, doch da diese Geschichte in Neapel spielt und es sich bei der alten Frau um die Mutter des Camorra Chefs de Vivo handelt, schweben beide in Lebensgefahr.

Die junge türkische Studentin Pina fängt als Betreuerin bei der alten und kranken Elsa an zu arbeiten. Im Lauf der Zeit freunden sich die beiden so unterschiedlichen Frauen an. Sie erzählen sich von ihren Männern, ihren Lebenswegen und ihren Freuden. Von den negativen Dingen möchte Elsa nichts mehr hören, dafür sei ihr Herz zu schwach, meint sie. So deutet Pina oft nur an, wie sie das Studium abbrechen musste, ihren Gefängnisaufenthalt und ihre Flucht nach Deutschland und wir erahnen ihren schweren Weg ins Exil.

Eine Frau, die die Befehlshaber und Truppen der israelischen Armee berät, wie sie mit den psychischen Folgen des Tötens besser umgehen können – das ist Abigail. Viele Jahre schon hat sie diese Funktion inne und ist stolz darauf, dass ihre Beobachtungen aus Schlachten und therapeutischen Sitzungen mit den Soldaten sie zu einer sehr angesehenen Beraterin machen.

In ihrem neuen Roman beschreibt Susann Pasztor die Freundschaft von Kat und Easy. Kat mit Brille, enorm wortmächtig schon mit 16 Jahren und Isi – von Kat umbenannt in Easy, sehr sehr hübsch. 1973 soll ihr Jahr werden, so beschließen sie an Silvester – doch es kommt ganz anders. Da ist nämlich der 20-jährige Fripp aus dem Jugendhaus, sehr belesen, von den Jugendlichen fast verehrt und in diesen verlieben sich beide Mädchen.

Die Anthropologin Nastassja Martin wird während einer Expedition auf der Insel Kamtschatka von einem Bären in den Kopf gebissen und überlebt schwer verletzt. In „An das Wilde glauben”, nimmt sie uns mit auf die Reise ihrer Genesung und lässt uns Teilhaben an Kultur und Weltanschauung der Ewenen, dem indigenen Volk, mit dem sie über lange Perioden zusammenlebt und in deren Leben sie tief eintaucht.

Ein Roman über das Bewusstsein. Was macht das menschlichte Bewusstsein aus und kann man es codieren? In einer dystopischen Welt ist das Ziel aller Bewohner eines Würfels, dieses Künstliche Bewusstsein "DAVE" zum Leben zu erwecken. Raphaela Edelbauer hat nicht nur angewandte Kunst sondern auch Philosophie studiert und kann sich leider nicht mehr an den Ursprung des Akronyms "DAVE" erinnern.

Der Roman ist in Hamburg angesiedelt, er beginnt 2017 kurz vor dem G20 Gipfel. Wir befinden uns in einem gehobenen Hamburger Stadtviertel in der kleinsten Zelle der Gesellschft "Der Familie", die scheinbare Sicherheitszone. Was aber, wenn die Kinder groß genug sind um ihre eigene Entscheidungen zu treffen? Der Sohn Alexander ein engagierter Polizist, der immer wenn es brenzlig wird entscheidet "Es geht mich nichts an, ich habe Befehle".

Die Bulgarische Schriftstellerin fordert uns heraus die großen Zusammenhänge zwischen allem zu erkennen. Begeistert habe ich mich schnell an den philosophischen Gedanken festgelesen und beschlossen, dies ist eines der Lebensbücher. Das sind Bücher, die nicht in einem Zug gelesen werden können (von mir!) sondern die Zeit brauchen, deren kluge geschliffene Gedanken ich mir gerne einteile. Sie aufnehme und damit ein paar Tage gehe, um dann weiterzulesen.

Gibt es etwas, das typischer italienisch ist als Spaghetti al pomodoro? Elegant und aus seinem großen Forschungswissen schöpfend erzählt Massimo Montanari die Geschichte dieses Gerichts und räumt dabei mit all den kursierenden Halbwahrheiten und Vorurteilen auf. Wir erfahren, wie die Pasta als Variante des orientalischen Fladenbrots entstand, wie die Araber einen neuen Typ aus Hartweizen verbreiteten und in